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26.06.06 14:56

 

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Grand Raid Verbier - Grimetz vom 2008-08-24

 

Teilnehmer Beschreibung
Angelo, Josi

Kondition,  Technik, 11 h, 5000 up, 5000 down

Marathon Grand Raid Cristalp Marathon Grand Raid Cristalp Marathon Grand Raid Cristalp Marathon Grand Raid Cristalp Marathon Grand Raid Cristalp Marathon Grand Raid Cristalp
Vorbeitung im Dunkeln Start, wie wird der Tag? Angelo bei der Verpflegung in Evolene Pas de Lona, steil, steiler, am steilsten "geschafft und ... ... Ziel erreicht"

Das Rennen wurde wetterbedingt auf Sonntag verschoben, es sollte ein absoluter Traumtag werden. Um 4 Uhr geht der Wecker, unsere Landlady serviert uns extra ein Frühstück, dann folgt die Autofahrt nach Verbier.

Startschuss um 6.30 Uhr, es ist noch nicht richtig hell! Die ersten 675 Höhenmeter sind in einer 3/4Std. mit konstant über 160 Puls bewältigt. Es ist eiskalt (0 Grad auf 2175m!), Windstopperjacke an, Beinlinge hoch, die langen Handschuhe bringe ich nicht über die Finger, keine Zeit, lasse es sein. Es folgt eine sehr schnelle, kalte Abfahrt von rund 1000hm. Davor habe ich grossen Respekt, es läuft jedoch sehr gut.

Oberhalb von Nendaz, ein erster schwieriger Singel, nach 100m stürze ich,...........


............pralle an einen Baum. Kratzer am Rücken, blutiges Knie und der Wechsel am Rad funktioniert nicht mehr richtig. (Bei den höheren Gängen springt die Kette). Alles nicht so schlimm, ich muss noch vorsichtiger sein, ich will durchkommen. Bei der ersten Verpflegung gibt es nur Wasser, bei der zweiten schreie ich nach Gels. Doch ausser „Balisto“ hat es nichts, also weiter. Vor Heremence liege ich wegen einer nassen Wurzel, ohne Folgen, das zweite Mal am Boden.

Nach 4 Std. wartet Eva, umziehen. Wütend über die schlechte Verpflegung im Rennen bitte ich Eva für Evolene Gels zu organisieren. Beim Aufstieg zum Mandelon fühle ich mich sehr stark (alles auf dem 2. Kranz) und habe ein nettes Gespäch mit einer Berlinerin, die schlussendlich bei den Damen den 2. Rang erreichte. Der folgende, nicht enden wollende Singel dem Berg entlang ist knifflig. Ich will nicht zu viel riskieren und steige mehrmals ab und auch die folgende schnelle Abfahrt fahre ich vorsichtig.

Evolene, vor 14 und 13 Jahren war hier zeitbedingt bittere Endstation, heute ist dies überhaupt kein Problem. Ich freue mich auf Eva, und wirklich, sie konnte Gels und Flüssignahrung organisieren. Dankbar stopfe ich alles in mich hinein. Nach 6 Stunden stehen noch über 2000 unbekannte Hm auf dem Programm.

Der Aufstieg nach Eison zuerst auf Schotter, mit etwas nachlassender Energie, nachher folgt ein schöner Singletrail im Wald. Ab Eison noch eine gute Stunde aufwärts und ich habe die letzte Zeitlimite hinter mir. Ohne Defekt werde ich auch diese Hürde nehmen. Euphorisch kämpfe ich mich in einem guten Tempo Meter für Meter hoch und überhole Biker um Biker.

Bei der Verpflegung sehe ich erstmals den Pas de Lonas Übergang, gekennzeichnet mit einem aufblasbaren Tunnel. Wie um Himmelswillen kommen wir dort hoch. Man schiebt und trägt das Bike eine knappe Stunde über eine grausam steile Gröllhalde hinauf, im Zick-zack, Schritt für Schritt dem Gipfel entgegen. Alle haben davon gesprochen, aber so extrem habe ich es mir nicht vorgestellt! Ich keuche den Berg hoch, unterbrochen von Pausen, die Waden brennen, die Arme tun weh … Endlich bin ich auf knapp 2800m, Zeit für einen Blick in die traumhaft schöne Natur bei wolkenlosem Himmel. Ein weiterer Singel bergab führt zum letzten Hindernis. Die letzten 157 Hm ziehen sich in die Länge bzw. Höhe, sie wollen nicht enden.

Oben angelangt entschädigt der finale Riesen-Downhill „von nur noch 15 km“ nach Grimetz. Beim Stausee lasse ich den Sattel hinunter, ich habe Zeit, nur kein Sturz oder Defekt mehr. Doch keine 200m weiter, der Singel ist sehr anspruchsvoll und ruppig, liege ich wieder am Boden. Total konzentriert fahre ich weiter, ich bin noch nicht im Ziel. Jetzt noch 4x den Bach durchqueren, die letzten 3 km. Der Weg wird breiter, aber voll grobem Schotter, eine kurze Wiesenpassage, ich sehe den Zielbogen, Eva ruft mir zu, ich habe es geschafft!!! Yehhhhh!!!

Im Ziel kommen die Emotionen hoch, Tränen laufen mir über die Wangen, ein unbeschreibliches Gefühl. 8 Monate Vorbereitung mit rund 400 Stunden Training und Total 120'937 Höhenmeter habe ich für dieses einmalige Erlebnis investiert. Es hat sich gelohnt!

Angelo startet im 2. Feld 15 Min. nach mir. Ohne Probleme erreicht er Evolene. Doch auch er vermisst die übliche Verpflegung, stopft sich jedoch mit Balisto voll. Am Lona kommt der Hammermann. Schwindelgefühle zwingen zu langsamen gehen mit Pausen. So braucht er für diesen Abschnitt mehr als das 1.5 fache der Zeit von mir.

Nach den letzten Höhenmetern kommt der von ihm sehnlichst erwartete Downhill. Die Kraft kehrt zurück, voll Power bolzt er über die ruppige Abfahrt und überholt während der letzen halben Stunde noch 30 Biker.

Das unglaubliche, euphorische Gefühl es wieder geschafft zu haben, konnte Angelo bereits zum 7. Mal geniessen!!!

Josi:
9 Std. 30 Min.
Angelo:
11 Std. 41 Min.

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