| Teilnehmer | Beschreibung |
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| Angelo, Josi |
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25. August, Start zum 2. und letzten Teil des Bike-Marathon-Abenteuers 2006. Eva, Paola, Angelo und ich fahren nach Scuol zum Nationalpark-Marathon. Nach einer kalten Nacht im Zelt bzw. im Auto ist um 05.00 Uhr Tagwache. In die Eishalle gibt es ein riesiges Frühstücksbuffet. Eher ungewöhnlich, Angelos Spaghetti-Portion um diese Zeit. Die ganze Woche waren die Wetterprognosen zwischen schlecht und sauschlecht: Regen, Kälte und Schnee. Das Wetter heute, kalt, im S-charltal hat es Bodenfrost, aber strahlend blauer, wolkenloser Himmel, Sonne pur, traumhafte Natur, schöner könnte es nicht sein! Um 07.15 Uhr geht es los, 138 km und 4010 Höhenmeter warten auf uns. Wiederum ist mein Ziel den Marathon in der erlaubten Zeit, diesmal sind es 11.45 Stunden, zu beenden.
Erstes Hindernis ist der Constainas-Pass, Pfingstweekendern bestens bekannt, von Scuol her jedoch mit rund 1100 hm zu erkämpfen. Auf halber Strecke zum Pass entdecken wir Claudia, die auch wieder dabei ist. Im gleichmässigen Tempo, mit Blick auf die Pulsuhr, erreichen Angelo und ich locker nach knapp 2 Stunden die Passhöhe. Nach der ersten Verpflegung geht es rasant runter nach Fuldera ins Münstertal. Der Aufstieg nach Dös Random mit rund 700hm hängt schon etwas mehr an. Die anschliessende Abfahrt führt uns durchs wunderschöne Val Mora nach Italien zu den Seen von S. Giacomo. Von der herrlichen Gegend sehe ich nicht viel, dafür das Hinterrad von Angelo, in wahnsinnigem Tempo legen wir diese Strecke zurück.
Es folgt das Valle Alpiselle, knapp 400hm, die es aber in sich haben. Immer wieder scheint es, dass wir den Übergang erreicht haben und dann kommt die nächste Krete und die nächste Krete... Nach der Durchfahrt von Livinio folgt der berüchtigte Aufstieg zum Paso Chaschauna. Knapp 900hm, davon rund 1 Stunde schieben. Angelo schmerzt der Rücken, mir geht es weiterhin gut und es kommen die ersten Gedanken es auch wirklich zu schaffen. Als Belohnung für den harten Aufstieg folgt die Abfahrt nach S-chanf, über 1000hm down, in 35 Minuten. Die ersten 300hm bergab schwarz, mit viel Mut für uns zu 100% fahrbar, viele laufen hier herunter! In S-chanf erwartete uns Eva, wir entledigen uns der überflüssigen Kleider. Inzwischen ist es 14.30 Uhr, wir sind bereits über 7 Stunden unterwegs.
Die letzte Etappe, 47km mit 840hm. ist gemäss Angelo eine typische Josi Tour, ein ständiges Auf und Ab. Fahrtechnisch nicht herausfordernd, dafür konditionell sehr anspruchsvoll. Auf der Geraden und bergab, es hat Gegenwind, ist Angelo im Element und zieht eine ganze Gruppe hinter sich her. Nicht mehr der Puls, sondern die Zeit rückt in den Mittelpunkt. Neues Ziel: unter 10 Stunden bleiben. Mit Coca Cola von Eva als Doping und den letzten Kräften erreichen wir Scuol zeitgleich und zusammen nach 9 Stunden und 43 Minuten. Zufrieden, stolz und entkräftet.
Es war ein absolut grandioser Tag, ein geniales, unvergessliches und kollegiales Erlebnis!
Resultate:
| Angelo und Josi | 9:42:34 Stunden |
| Claudia | 9:55:25 Stunden |
| Paola | 5:45:20 Stunden (kurze Strecke) |
Wie kam ich zum 2. Mal dazu?
Nach dem Super-Erlebnis des Val Lumnezia-Marathons gab es zuerst einmal 10 Tage Erholung. Dann fand ich es riesig schade, die mühevoll aufgebaut Kondition einfach so wieder verpuffen zu lassen. Und was stand am Schluss meines Trainingsheftes „3 Monate trainiert, Mitte Juni den grossen Marathon gefahren und jetzt? Da lockt doch noch Ende August der Raid Cristalp oder Nationalpark-Marathon. Trainiere mit Woche 2 aus dem Plan weiter und schiebe anschliessend Woche ......“
Nochmals standen 7 Wochen mit 13 – 19 Stunden Training pro Woche auf dem Programm. An den letzten 6 Samstagen macht ich jeweils Touren zwischen 2022 und 3000 Höhenmeter und weiterhin gab es die Arbeitsfahrten, gesamthaft umrundete ich 25mal den Zürichsee. Eva spürte dies u.a. auch beim Kochen. Inzwischen ass ich praktisch doppelt so viel wie normal und hatte trotzdem ständig Hunger. Kohlenhydrate wurden wichtig. Gewichtsmässig passierte jedoch nicht mehr viel, während der Erholungszeit nahm ich wieder gut 3 Kilo zu, davon habe ich nach Scuol wieder 1.5 Kilo verloren. Die Probleme mit dem Magen blieben diesmal aus, doch die ständigen Belastungen liessen mich meine Problemgelenke (Knie, Hand) doch etwas fühlen.
Trotzdem war ich überrascht, was alles noch möglich ist!
Die Trainingsdaten zwischen 1. April und 26. August, total 21 Wochen:
| 4’642 Kilometer | 75'551 Höhenmeter | 266.46 Stunden |
